Es entspricht dem Prinzip meiner Arbeit; ein Schöpfungsakt, der sich durch Be-
ziehungen ergibt: Orte erschließen sich durch den Vergleich mit anderen Orten.
Ein Bild mag dies erklären: “Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in
mir bleibt, bringt reiche Frucht.“ Das Prinzip des Wachstums gilt, Wachsen als
innere Gesetzmäßigkeit/Notwendigkeit. Ich stoße beim Malen lediglich Prozes-
se an, bin Verursacher.
Nach jahrelangem Malen „vor der Natur“ setzte die Umsetzung innerer autobio-
grafischer Themen ein, eine Auseinandersetzung mit Entstehen, Schöpfung,
Verwandlung und Verarbeitung eigener Gefühle und Erinnerung ein.


Die improvisierte Musik gab mir den Zugang zu den bildeigenen Geschehnis-
sen, die Wechselwirkung der Bildelemente, die Beziehungen, die entstehen.
Als entsprechende Ausdrucksmöglichkeit fand ich für mich die Collagetechnik:
Teile früherer Gemälde, Stoffteile und Packpapier ergänzten sich und ermög-
lichten mir, improvisatorisch zu arbeiten. Unterschiedliche Themen um Musik,
Natur, Mensch, Verwandlung wurden bearbeitet.
Es entstanden Reihen: „Reihe Trauer, Fragebilder“ und „Bilder zur Passion“,
Improvisationen zu Musik und Natur. Dabei galt auch die Fragestellung:
Mensch im Umgang mit Natur und Umwelt, der Mensch in seiner Verantwort-
ung z.B. Plakatwand 1996 am Forschungszentrum Karlsruhe.
Durch die Arbeit in Reihen fand ich die technische Lösung: Die Schablonen-
technik. Diese Bildelemente, aus Naturstudien entstanden, wurden zu mehr-
jährigen Herausforderern auf der Leinwand.